Schriftzug: LebensArt. Im wahren Land der 1.000 Berge

20.03.2010 - Memories of the Rat Pack im Kurhaus

01. - 21.05.2010 - Smoke Stopp, Raucherentwöhnungsprogramm in Bad Fredeburg

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Die Geschichte des Schwammklöppers

Schwammklöpper auf dem Kirchplatz

Großer Mittelpunkt des sauerländischen Hausierhandels war Fredeburg. Um das Jahr 1800, als nach den Kriegswirren der französichen Revolution auch Fredeburg sehr gelitten hatte, erwachte der Handelsgeist. Hinzu kam der große Stadtbrand im Jahre 1810, der zahlreiche Familien bettelarm machte. Die steigende Not trieb die Familienernährer in die Fremde um dort ihr Brot zu verdienen. Nach einer amtlichen Aufstellung von 1827 besaßen siebenundzwanzig Fredeburger den Gewerbeschein als Hausierer. Sie boten in der Fremde ihre heimischen Erzeugnisse wie Holz- und Wollwaren sowie Feuer- und Wundschwamm zum Verkauf an.Von ganz besonderer Bedeutung war der Feuerschwamm, dessen Herstellung in Fredeburg seit jeher heimisch war. Dadurch wurden Handelsbeziehungen zu weiten Gebieten Deutschlands und sogar zum Ausland geschaffen. Der Feuerschwamm war damals so unentbehrlich wie heute das Streichholz oder Feuerzeug.

Ein Funke wurde aus Stein oder Stahl geschlagen, der Zunder aus Holzschwamm fing ihn auf, durch weiteres Blasen entfachte man die erste Glut. Der sauerländische Buchenschwamm, ein hufförmiger Pilz, lieferte einen vorzüglichen Zunder. Zur Bereitung des Feuerschwamms wurde der Pilz von der Rinde befreit, mehrere Wochen in eine bestimmte Salzlösung gelegt und durch Auspressen getrocknet. Danach wurde er mit einem großen flachen Messer in Scheiben geschnitten. Die Scheiben wurden auf einem tischartigen Mühlenstein mit schweren Hämmern geklopft, damit der Schwamm locker und weich wie Samt wurde. Daher werden die Fredeburger auch manchmal „Schwammklöpper" genannt. Im Jahr 1833 gab es in Fredeburg drei Schwammfabriken. Die größte davon beschäftigte über sechzig Arbeiter. Neben dem Feuerschwamm wurde noch Wundschwamm zur Blutstillung bei Operationen und Zeichenschwamm hergestellt. Mit der Erfindung des Zündholzes verlor die Schwammfabrikation ihre wirtschaftliche Bedeutung und um die Jahrundertwende verschwand sie ganz.

Der letzte Fredeburger Schwammklöpper hieß Wilhem Knape

(1875- 1969)

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